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Angekettet und misshandelt: Ein Jugendlicher im Gefängnis in Zürich

Was geschieht alles in den Gefängnissen vor unserer Haustür? Es brachte sich eine Mutter um in ihrer Zelle, weil ihr die Kinder von der KESB entzogen wurden und auch die Grosseltern nicht für die Betreuung der Kinder zugelassen wurden. Es brannte eine Aufseherin mit einem Sträfling durch. Es werden Kinder angekettet. Das sind unhaltbare Zustände!


Der Fall Carlos macht betroffen. Der Umgang der Boulevard Presse, namentlich „Blick“, mit Menschenschicksalen überschreitet widerlichst alle zivilisierten Grenzen. Wo bleibt das Recht? Wo die Bestrafung? Wir hatte offensichtlich grosses Glück! Einer unserer drei Söhne wurde im Alter von 18 Jahren des Waffenhandels angezeigt. Dies weil er das Luftgewehr seines grösseren Bruders an den minderjährigen Nachbarjungen verschenkt hatte. Dieser wiederum übte sich im Wald im Schiessen, worauf ihn der Dorfpolizist ihn erwischte. Daraufhin erfolgte die Anzeige. Derselbe Sohn, völlig unschuldig, rennt über die Strasse einer Freundin entgegen. Ein Polizist hält ihn an, drückt in auf dem Strassenasphalt nieder, verdächtigt ihn vielleicht des Drogenhandels. Wir schalteten keinen Anwalt ein. Die einzige Zeugin war die geschockte Freundin am Strassenrand. Aber die Erfahrung war einschneidend. Wir mussten in der Luftgewehrsache mit Anwalt beweisen, dass besagtes Diana-Luftgewehr nicht mir einer Kalaschnikow verwechselt werden kann. Eine Generation zuvor war eine Diana in fast jedem Haushalt mit Jungs. Zum guten Glück war unser Sohn während des Verfahrens zur Ausbildung im Ausland. Einer seine Lehrer war bereit dazu und bekräftigte aufwändigst schriftlich, wie wenig repräsentativ diese Anklage im Einklang mit dem allgemeinen Auftreten und der Führung unseres Sohnes war. Die Folgen waren schlichtweg absurd. Als Waffenhändler verurteilt hätte er weder nach China, noch mehr in die USA reisen können, was er rund um seine Ausbildung sehr wohl tun wollte. Es waren nicht der einzige Fall rein nur in der bescheidenen Erfahrung bei der Aufzucht von drei Söhnen. Ich kann dies leidigerweise als Mutter von Jungs aufgewachsen in dieser Region nachvollziehen. Ich bin der Bezirksrichterin heute noch dankbar, dass sie davon ansah, sein Dasein zu zerstören. Unser Sohn bedankte sich schriftlich bei ihr. Sie wurde verwarnt, weil sie gegen das Waffengesetz urteilte. Kein Scherz!

Das Verhältnis auch der ganzen Familie von Carlos gegenüber den Behörden muss wohl total gestört sein; und zwar berechtigt! Müssen sich Familien einen Rechtsschutz und spezifisches Wissen im Umgang mit Behörden zulegen? Ich meine: Ja. Das ist eine sehr traurige Entwicklung!


Zum den Artikel zum Thema und der Recherche bei DIE REPUBLIK (ich empfehle sehr, ein Abo zu kaufen!):

Teil 1: https://www.republik.ch/2019/06/04/alle-kennen-carlos-den-taeter-niemand-mike-das-opfer

Teil 2: https://www.republik.ch/2019/06/04/teil-2-mikes-tortur?fbclid=IwAR25siCeoDoP2Xtaq-SSUuRyYRrx5xEKsxGuzM5EQtkqgrOrgjtobJLbrWc

Teil 3: https://www.republik.ch/2019/06/04/teil-3-mikes-verzweiflung




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