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Aug. 5

Die Schweiz in Horizon Europe - dabei oder nicht?

1 Kommentar

Seit 2014 laufen die Verhandlungen über ein institutionelles Rahmenabkommen zwischen der EU und der Schweiz. Bisher ist es hier zu keiner Einigung gekommen und die Schweizer Politik reagierte eher zögerlich. Dies gefährdet die Teilnahme der Schweizer Forscher und Industrie am 9. Forschungsrahmenprogramm, auch bekannt als "Horizon Europe", welches ab 2021 in Kraft tritt. Eine ähnliche Situation gab es mit der Masseneinwanderungsinitiative zum Beginn des 8. Forschungsrahmenprogramm (Horizon 2020), wo die Schweiz nur als Drittland eingestuft wurde. Auch diesmal könnte die Schweiz als Drittland eingestuft werden, nur diesmal mit viel schlechteren Konditionen.

Liebe Frau Degen, wie ist Ihre Meinung dazu und was schlagen Sie vor, müsste unternommen werden, dass die Schweiz weiterhin auf den vordersten Plätzen bei Forschung und Innovation dabei ist?

Ich staune wie prägnant und kurz gefasst Sie die Sache auf den Punkt bringen! Ich versuche mit zu halten: Ja, unser Schweizer Bundesrat zögert. 2014 erfolgte der Ausschluss aus Horizon2020 durch die Verzögerung beim Zeichnen des Kroatien-Protokolls. Bei den Institutionellen Abkommen (InstA) ist es die Parteipolitik der SVP im Bundesrat, die seit Dez. 2018 verzögert. Mich wundert, wie unbeteiligt die ETHs und die Universitäten sich nach wie vor gebärden. Als wären sie nicht diejenigen, die ein Ausschluss aus Horizon Europe am härtesten treffen würde. Als ob sie nicht bezahlt von Steuergeld, Teil der Schweizer Demokratie, oder wichtiger Teil eines öffentlichen Diskurses wären. Rund um den SNF (Schweizerischen Nationalfonds) werden bestimmt Strategien entwickelt, wie man den Ausschluss kompensieren will, ohne in den Rankings (Innovativstes Land auf dem Globus!) zurück zu fallen. Ich schätze das als sehr schwierig ein und als generell ungute Situation für den Forschungsplatz Schweiz. Er gehört zu Europa, wie auch die UK-Forschung. Als Mitgründerin einer der ersten Forschungs- und Innovationsagenturen rund um die EU-Forschungszusammenarbeit kann ich auch sagen, dass dieses Hin- und Her seit 2014 bereits sehr viel Schaden angerichtet hat. Die Schweizer Forscher waren vor 2014 überdurchschnittlich gut unterwegs in Horizon2020. Mehr Geld kam zurück in die Schweiz als dass wir an die EU einbezahlt hatten. Die Schweiz muss an HorizonEurope beteiligt bleiben! Wenn als Drittstaat, dann eben mit eigenem Finanzbeitrag. Hier gäbe es clevere Möglichkeiten. Sie sind mit Mehraufwand für die Schweiz verbunden. Aber es wäre machbar. Helfen Sie mit, dass Kathy Riklin, ich und möglichst auch Jeannette Wibmer in den Nationalrat gewählt werde und wir können es richten. Echt! Kaum ein Politiker in Bern kennt dieses Thema fachlich inhaltlich oder rechtlich so gut wie wir drei. Wir planen eine Veranstaltung zu diesem Thema zusammen mit dem Europa Institut und Insiders der EU-Kommission Forschung. Dort werden wir Ausschluss-Szenarien diskutieren. Folgen Sie uns weiterhin hier. Wir versuchen bereits im Wahlkampf, zur Lösung beizutragen! Danke sehr für Ihren Input.